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Eine persönliche Anmerkung zur Weitergabe von
Adressen
Der oberste Grundsatz lautet, einen Ort
wieder so verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben! Diebstahl, Vandalismus (inkl. dem Sprayen
von Graffitis oder Spiele mit „Paintball- und Soft Air-Kugeln“ u. s. w.),
randalieren & Zerstörungen in jeglicher Art (auch das Aufbrechen von Türen oder
Fenstern, um ein Objekt betreten zu können) und die Entsorgung von Abfällen sind
ein absolutes Tabu! Unbestreitlich ist ein Großteil der mutwilligen Zerstörungen auf meist ortsansässige Randalierer zurückzuführen, die keinerlei Interesse und Anerkennung für den historischen, kulturellen und optischen Wert verlassener Bauten besitzen. Dennoch gibt es auch genügend Beispiele von Lost Places, die jahrelang weitestgehend unberührt blieben - nach deren breiten Bekannt werden jedoch innerhalb kürzester Zeit aufgrund von Vandalismus, Graffitis, Paintball-Spielen und nicht zuletzt durch Diebstähle massiv verschandelt, geplündert und zerstört wurden. Um nur mal ein Beispiel zu
nennen: Wenn ein Objekt wie gesagt über Jahre hinweg nahezu unberührt bleibt, sich dessen Zustand aber just nach dem Bekannt werden der Adresse innerhalb kürzester Zeit derart verschlechtert, dann kann man einen Zusammenhang meines Erachtens nach nicht mehr von der Hand weisen. Zumal es sich bei dem o. g. Vorkommnis um keinen Einzelfall handelt, sondern es leider nur ein Beispiel von vielen ist! Es ist eben nicht so, wie immer behauptet und argumentiert wird, dass Diebstähle und Zerstörungen ausschließlich von ortsansässigen Jugendlichen begangen würden. Manche Personen - ob Kupferdiebe, die ganze Leitungen aus den Wänden reißen oder Anhänger von „Endzeit-Spielen“ / „Military-Games“ - nehmen (wie ich für meine Fotos ja ebenso) z. T. durchaus auch längere Anfahrten in Kauf, um sich in neuen, lohnenswert erscheinenden Objekten auszutoben oder dort Beute zu machen. Und noch einen weiteren Aspekt sollte man nicht außer Acht lassen: Urban Exploring / das Betreten und Erkunden von verlassenen Gebäuden ist in den meisten Fällen nun mal nicht legal und auch nicht immer ungefährlich. Auch in Hinblick darauf wollte ich es nicht mit verantworten, mir unbekannte Personen in ein Objekt „zu lotsen“. Wenn ich jemanden nicht kenne, kann ich weder dessen Absichten, noch dessen Verhalten und Risikobereitschaft abschätzen. Man muss zudem nur mal die mögliche Konsequenz bedenken, wenn jemandem ein Stein auf den Kopf fiele, jemand durch eine marode Decke bräche oder Ähnliches. Und das hätte ich durch die Weitergabe einer Adresse letztendlich (zumindest indirekt) mit zu verantworten. Umso wichtiger finde ich
es, die Motive zu erläutern, warum man mit Lagebeschreibungen, Ortsnamen und
dergleichen nicht "hausieren" gehen sollte. Auch das Tauschen von Adressen mit
Fremden sehe ich kritisch, da man nie sicher sein kann, welche Kreise das zieht
und in welche Hände die Lage eines Objektes letztendlich möglicherweise gerät. Es gibt genügend Möglichkeiten, Gleichgesinnte kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und Vertrauen aufzubauen; sei es über Aktivität in entsprechenden Foren, der Teilnahme an Urbex-Stammtischen u. s. w. Daraus ergeben sich letztendlich auch gemeinsame Touren. Ich habe in meiner Anfangszeit auch nicht die Adressen auf einem Silbertablett serviert bekommen; das Auffinden war oft mit viel Recherchearbeit verbunden und ist es teils auch heute noch. Wem dies bereits zu aufwendig ist, der sollte sich vielleicht mal überlegen, wie groß sein Interesse für Urban Exploring tatsächlich ist. Das mag arrogant klingen, ist aber nun mal meine Meinung. Aus Bequemlichkeit andere die Arbeit machen zu lassen und sich selbst auf dem einfachsten Weg dann die Rosinen aus dem Kuchen zu picken, hat für mich nichts mit wirklichem Interesse zu tun. In der Regel plane ich meine Touren im Vorfeld recht genau und richte auch meine Urlaube gezielt darauf aus. Ebenso fahre ich, sofern es die zeitliche Planung zulässt, bewusst über Landstraßen und durch die Ortschaften, anstatt über Autobahnen, was mir ebenfalls schon manchen unerwarteten Zufallsfund beschert hat. Navi und Satellitenaufnahmen sind hierbei natürlich eine große Hilfe. Ich durchforsche auch heute noch jeden Zentimeter von GoogleEarth, schaue mir dort verlinkte Fotos an und setze die Puzzleteile einzelner Informationshäppchen durch akribische Suche im Internet zusammen. Manchmal hat man Glück und findet etwas schnell, manchmal muss man tage- oder wochenlang unzählige Webseiten durchstöbern und manchmal bleibt die Suche nach dem „Objekt der Begierde“ eben auch erfolglos. Das ist nun mal so. Ich hoffe jedenfalls,
dass ihr meine Verschwiegenheit nun etwas besser nachvollziehen und vor allem
respektieren könnt. Es
geht wie gesagt nicht darum, die Lage mit allen Mitteln geheim zu halten,
sondern um Vertrauen sowie um das angemessene und respektvolle Verhalten an
entsprechenden Orten. In diesem Sinne liebe
Grüße,
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